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legal FPV fliegen in Deutschland möglich?

FPV Drohnen fliegen ist tatsächlich nur sehr eingeschränkt möglich. Nach der EU-Drohnenverordnung ist das Fliegen nur auf "Sichtweite" erlaubt. Das bedeutet im Grunde das FPV-Fliegen gar nicht ginge. Es ist jedoch möglich einen Spotter mitzunehmen, also eine zweite Person, die direkt beim Fliegen die Drohne im Blick behält, also auf "Sichtweite".


Was konkret bedeutet Drohnen fliegen "Sichtweite"?

Nach der alten deutschen LuftVO (vor 2017) war fliegen auf Sichtweite so beschrieben: dass die Fluglage/Flugausrichtung eindeutig erkannt werden sollte. Die EU-Regeln klingen auf den ersten Blick lockerer, das Gegenteil ist der Fall: "man muss jederzeit einem Luftraumhindernis ausweichen können". Konkret bedeutet das, dass man auch die Entfernung zu den "Luftraumhindernissen" und die Entfernung zwischen seinem Fluggerät und dem Hindernis korrekt einschätzen können muss. Worst Case: einem Vogel, der das Fluggerät angreift, muss man auch virtuos ausweichen können. Spätestens hier dürfte insbesondere ein Spotter schnell überfordert sein. Auch könnte die Kommunikation zwischen Spotter und Pilot schwierig werden, wenn z.B. die Drohne auf beide zufliegt und rechts links für Pilot und Spotter vertauscht ist.

Wie sieht FPV-Drohne fliegen als Mitglied in den Modellsportvereinen und deren Regeln aus:

Erst zwei Vereine (seit Mitte 2022, Stand Nov.22) haben in Deutschland vom LBA eine Betriebserlaubnis erlangt und haben für FPV-Fliegen Sonderregeln erzielt:

Vorgaben / Betriebsverfahren Modellflugbetrieb im DMFV
Flugbetrieb im Verbandsrahmen MFSD

Zusätzliche Informationen vom Luftfahrtbundesamt:

Pressemitteilung LBA zu diesem Thema


Zitat aus der Betriebsgenehmigung des MFSD 

(zur MFSD gehören auch Unterorganisationen wie die DMO und deren Versicherten)

 

6.2.5 Sichere Durchführung des Flugs in Sichtweite

(1) Der Pilot startet, fliegt und landet sein Flugmodell sicher. Der Pilot beobachtet sein Flugmodell während des gesamten Flugs aufmerksam.
(2) Der Flug erfolgt stets in direkter Sichtweite (VLOS). Das Flugmodell verlässt die Sichtweite, wenn der Pilot das Flugmodell ohne besondere optische oder sonstige technische Hilfsmittel nicht mehr sehen oder seine Fluglage nicht mehr eindeutig erkennen kann. Als nicht außerhalb der Sichtweite des Piloten gilt der Betrieb eines Flugmodells mithilfe eines visuellen Ausgabegeräts (z.B. einer Videobrille),
– wenn dieser Betrieb in Höhen bis einschließlich 30 m über Grund erfolgt oder
– wenn dieser Betrieb in Höhen über 30 m, aber unterhalb von 120 m über Grund erfolgt und der Pilot von einer anderen Person (sog. Spotter) unmittelbar auf auftretende Gefahren hingewiesen werden kann, die das Flugmodell ständig in Sichtkontakt hat und die den Luftraum beobachtet. Der Einsatz eines visuellen Ausgabegeräts darf nicht dazu verwendet werden, die maximale Entfernung des Flugmodells vom Piloten zu vergrößern, die im Fall der direkten Sicht, (also ohne Videobrille) erreicht werden kann.
(3) Der Pilot ist während des gesamten Flugs stets bereit, sein Flugmodell unabhängig von der aktuellen Fluglage im Raum lagerichtig auszusteuern und zu navigieren. Jeder Pilot hat die von ihm durchgeführten Flugmanöver an seine individuellen Flugfähigkeiten zur jederzeit sicheren Kontrolle der Fluglage, Steuerung und Navigation des Flugmodells anzupassen. Anfänger und unsichere Piloten haben diejenige Unterstützung einzuholen, die erforderlich ist, um einen sicheren Flug zu gewährleisten; kompetente Piloten sollen Unterstützung erteilen.
(4) Vor der Einleitung der Landung vergewissert sich der Pilot, dass der Anflug- und Landebereich hindernis- und personenfrei ist. Der Endanflug und die Landung erfolgen in der Regel gegen den Wind. Der Pilot bleibt steuerbereit, bis das Flugmodell vollständig zum Stillstand gekommen ist.



Zitat aus der Betriebsgenehmigung des DMFV

Checkpunkt 9

Ich achte stets darauf, mein Flugmodell immer in Sichtweite zu betreiben. Bis zu einer Flughöhe von 30 Metern über Grund gilt ersatzweise auch der Einsatz einer Videobrille (FPV) als Betrieb in Sichtweite. Dabei darf das Flugmodell nicht weiter entfernt geflogen werden, als es in natürlicher Sichtweite ohne Videobrille (visuelles Ausgabegerät) sicher gesteuert werden könnte. Oberhalb von 30 Metern bis 120 Meter sind FPV-Flüge nur zulässig, wenn eine zweite Person den Steuerer auf Gefahren im Flugbetrieb hinweist (Spotter).

 


Fazit: Der eigentliche Mehrwert durch die Regeln der zwei Modellsportvereine (gilt nur für ihre Mitglieder!) ist somit nur minimal.


Und auf Sichtweite Entfernung begrenzt bedeutet bedeutet: kaum mehr als 100m weit weg vom Piloten und  nicht im oder weit/tief über Wald, nicht durch Gebäude durch (Lostplaces) usw. Also im Grunde nur über freiem Feld und gar kein long-range mehr sprich nur was langweilig ist...


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